• Sabine Redl-Thorbeck

Alle Jahre wieder, oder ...


Kein Duft von Glühwein, gebrannten Mandeln, Schupfnudeln mit Kraut ... auf den Plätzen, an welchen wir sonst während der Adventszeit gerne durch den Weihnachtsmarkt strollten und uns mit Freunden trafen. Veranstaltungsabsagen allerorts und Kontaktbeschränkungen bundesweit ... Die Wochen vor Weihnachten bringen normalerweise vielen von uns große Vorfreude und gleichzeitig auch ganz schön Stress. Geschenke besorgen, Plätzchen backen, Weihnachtsdeko basteln, das Festmenü planen und dieses Jahr ganz besonders wichtig: wer feiert wann wo mit wem?


Und doch: "It's beginning to look a lot like Christmas ... "


Anstrengungen und Herausforderungen hatten wir dieses Jahr wahrscheinlich alle schon mehr als genug. Die nötige Energie für den Jahresendspurt ziehe ich persönlich aus kleinen Ruhe-Inseln. Ich erlaube mir, zwischendurch mal etwas vom Tempo runterzugehen und mir meine kleine, persönliche Auszeit zu gönnen. Viele finden gerade jetzt im Handarbeiten ihren “Happy Place”, wo sie sich aufgehoben und geborgen fühlen, fernab von allen negativen Nachrichten der Welt. Ich habe in der ersten Lockdown-Phase "Handarbeiten" wiederentdeckt, im Speziellen für mich: Stricken. Ich hänge seitdem quasi regelmäßig "an den Nadeln", weil



- mich Stricken entspannt und Stress abbaut


Sich voll auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, vereinnahmt das Gehirn so sehr, dass es quasi keine Kapazitäten mehr hat, sich mit den negativen Erfahrungen des Tages zu beschäftigen. Durch die entspannende Wirkung von durch die regelmäßige Bewegungen z.B. beim Stricken wird weniger Cortisol ausgeschüttet, was dazu führt, dass Blutdruck und Herzrate sinken. Ein intensiver Kurzurlaub auf dem Sofa!


Dass Handarbeiten zur Entspannung sorgt, kann man auf unterschiedliche Art und Weise erfahren. So entstehen schöne, gesellige Momente, wenn man gemeinsam mit einer Freundin, einem Kollegen oder der Schwiegermutter loslegt. Macht Euch einen Kaffee, Tee oder bei einem Glas Wein ... schon habt ihr ein gemeinschaftliches Nachmittags- bzw. Abendprogramm.

Wollt Ihr Euch lieber nicht in Gesellschaft begeben? Kein Problem, Handarbeiten kann man auch außerordentlich gut alleine.


- mich Stricken glücklich macht


Es gibt kaum ein tolleres Gefühl, als jenes, wenn die letzte Reihe gestrickt ist, der letzte Faden an einem Projekt vernäht ist und man das eigene "Werkstück" in Händen halten kann. Unser Gehirn schüttet in solchen Momenten Glückshormone aus, wir fühlen uns stolz oder einfach nur zufrieden. In Zeiten von Social Media wird nicht zuletzt das gute Stück im Verlauf gepostet und auch hier dürfen digital Lorbeeren eingesammelt werden. Ausserdem: Wer sich der Massenproduktion widersetzt und originell sein will, der macht seine Kleidung, seine Home-Deko und seine Geschenke mittlerweile einfach selbst!


- Stricken Hirntraining ist

Wer strickt, muss nicht selten Maschen zählen, umrechnen, die Farbgebung den eigenen Vorstellungen anpassen, Strickanleitungen verfolgen und umsetzen - das ist Ausdauertraining fürs Gehirn, also Gehirnjogging in Kuschelform. Handarbeiten verbessert unsere Feinmotorik und hält bis ins hohe Alter hin fit. Ich denke da gerne an meine Oma, die im hohen Alter immer noch mit Ihrem Nadelspiel auf dem Sofa saß und Söckchen für Urenkelkinder strickt.



Stricken ist mein Yoga. Vielleicht auch bald deines ...?


Da wir unser Restaurant derzeit nicht nutzen dürfen, haben wir umdisponiert und nutzen unsere Räume zwischenzeitlich als "Concept Store". Als ich dann noch die Garne und das Fair Trade Project "Manos del Uruguay" kennenlernte, gab es kein Halten mehr und die Idee einer "Wollecke im Lokal" wurde umgesetzt.



Manos del Uruguay setzt auf Fairness und angemessene Bezahlung. Seit 2009 ist das 1968 gegründete Unternehmen Mitglied in der World Fair Trade Organization (WFTO), die sicherstellt, dass die Rechte der kleinen Produzenten und einzelnen Arbeiterinnen gestärkt werden. Die Frauen, die in Uruguay auf dem Lande leben und für die Kooperative von Manos del Uruguay arbeiten, können sich ein Leben ohne Manos nicht mehr vorstellen. Deshalb hoffen sie, dass möglichst viele Frauen in der ganzen Welt ihre Manos-Garne verstricken wollen.

Das Markenzeichen der handgefärbten Garne von Manos del Uruguay sind die komplexen Farben. Jeder einzelne Strang wird bis zu 6 Mal gefärbt, um die besondere Farbtiefe zu erzielen, und ist somit ein Unikat. Deshalb wird auch jeder Strang einzeln von der Färberin signiert. Immer drei Kilo werden in einer Farbpartie gefärbt, mehr passt nicht in die Töpfe, in denen das Farbbad über Gas- oder Holzfeuer erhitzt wird. Nach dem Färben werden die Stränge auf dem Hof zum Trocknen in der Sonne aufgehängt.


Als Rohstoffe für die handgefärbten Traumgarne werden ausschließlich hochwertigste Materialien wie Kaschmir, Alpaka, Maulbeerseide und feinste Merinowolle verwendet. Die Farben werden in der Zentrale in Montevideo von Santiago entwickelt, die auch die Frauen der Kooperative in neue Farbrezepte einweist und ihnen neue Techniken beibringt. Wöchentlich wird die Rohwolle angeliefert und die fertig gefärbten und konfektionierten Stränge von der Kooperative abgeholt.





Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.

Albert Einstein



Neugierig? Oder vielleicht seid Ihr noch auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen Geschenk? Oder Ihr habt beim Christkind noch einen Wunsch frei? Oder viel Zeit über die kommenden Feiertage?


Wir haben für Euch verschiedene "Kuschel"-Projekt-Pakete mit den benötigten Materialien vorbereitet, beraten Euch bei der Auswahl des Projekts und leisten Hilfe bei "Notfällen". Ausserdem bietet das Internet eine Fülle von Tutorials und damit ausreichend Hilfestellungen, um auch alleine loslegen zu können.


und ...


... Geld alleine macht nicht glücklich. Man muss schon Wolle davon kaufen.

(Zitat unbekannt)





Designbeispiele: hier


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